Interview mit Nina C. Hasse zu ihrem neuen Buch

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Nina C. Hasse wuchs in Paderborn auf und ihre Schwestern sind Schülerinnen unserer Schule. Sie hat ein Buch mit dem Titel "Ersticktes Matt" veröffentlicht, dass wir wirklich empfehlen können. Daher haben wir sie kontaktiert und ihr mal einige Fragen gestellt.

Wie sind Sie auf die Idee für das Buch gekommen?
Die erste Idee hatte ich 2011 auf einer langen Flugreise. Ich habe im Flugzeug Zeitung gelesen und bin auf eines dieser Schachrätsel gestoßen, in denen häufig berühmte Schachpartien nachgestellt werden. Ich hatte nur sehr wenig Ahnung von Schach – spielen konnte ich es damals zwar, aber diese Rätsel konnte ich nicht lösen – daher habe ich mich gefragt, was wäre, wenn die Stellung der Figuren eine Botschaft enthielte, die man entschlüsseln muss? Aus dieser Idee ist schlussendlich der Roman entstanden.

Wie lief das Schreiben dann ab?
Das war ein schier endloser Prozess, der insgesamt über fünf Jahre gedauert hat. »Ersticktes Matt« war zum Glück nicht die erste Geschichte, die ich geschrieben habe. Ich habe dutzende angefangene Geschichten in meinen Schubladen, die ich nie zu Ende gebracht habe. Zumeist, weil mir die Erfahrung fehlte. Bei diesem Roman hatte mich aber der Ehrgeiz gepackt, auch wenn ich mich teilweise wirklich durchbeißen musste. Schreiben, schreiben, schreiben. Löschen, löschen, löschen. Neu- und umschreiben, immer wieder. Der Schreibprozess war kein linearer Ablauf, von der Planung über das Schreiben bis zur Überarbeitung, sondern ein Vor und Zurück, bei dem ich Geplantes immer wieder umschmeißen musste. Das war recht anstrengend, aber ich möchte die Erfahrungen, die ich in dieser Zeit gesammelt habe, nicht missen. Ich weiß jetzt, welche Arbeitsweise für mich funktioniert und dass ich für das nächste Buch gewiss keine weiteren fünf Jahre brauchen werde.

Wie ist es zur Veröffentlichung gekommen?
Ich habe mich von Anfang an für das Selfpublishing (also die Veröffentlichung z.B. über Amazon) entschieden, zum einen weil Steampunk bei Verlagen kein gefragtes Genre ist, zum anderen weil ich große Lust hatte, alles selbst zu machen, von der Gestaltung bis hin zum Marketing. Bisher habe ich es nicht bereut. Es kann Jahre dauern, bis man einen Verlagsvertrag bekommt – und selbst nach Unterschrift desselbigen gehen nochmal ein bis zwei Jahre ins Land, bis das Buch schließlich gedruckt wird. Für dieses Prozedere war ich nach der Fertigstellung des Romans zu ungeduldig. Ein Manko beim Selbstveröffentlichen ist natürlich, dass der Roman nicht einfach im lokalen Buchhandel gekauft werden kann und derzeit nur über Amazon oder bei mir direkt erhältlich ist, da dort für selbstveröffentlichende Autoren (noch) die besten Bedingungen gelten. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass das Selfpublishing besser anerkannt wird und sich auch Kooperationen zwischen Selfpublishern und dem Buchhandel ergeben.

Wie kommen Sie auf Steampunk?
Das viktorianische Zeitalter hat mich schon immer fasziniert. Ich liebe die Geschichten von Arthur Conan Doyle und Charles Dickens, finde aber auch den rasanten technologischen Fortschritt und das alltägliche Leben der Menschen in dieser Zeit wahnsinnig spannend. Steampunk deshalb, weil ich keinen historischen Roman schreiben wollte. New York um 1900 ist zwar höchst interessant, die notwendige Recherche aber nicht zu unterschätzen. Durch den Steampunk konnte ich ein alternatives New York erschaffen, in dem mit dem Anstieg des Meeresspiegels und dem Floodlands-Viertel auch einige dystopische Elemente enthalten sind. So kann ich bei späteren Romanen die Welt immer wieder an die Bedürfnisse der Geschichte anpassen. Außerdem macht der Weltenbau unwahrscheinlich viel Spaß. Es ist als würde man in seiner eigenen Vorstellungskraft auf Entdeckungsreise gehen. Steampunk ist ein Genre, in dem man sich als Künstler austoben kann, da es der Fantasie keine Grenzen setzt.

Welche Erinnerungen haben Sie an Paderborn?
Nur gute natürlich ;) Da ich auch jetzt noch etwa einmal im Monat in Paderborn bin, um meine Familie zu besuchen, erlebe ich den Wandel der Stadt hautnah mit. Ich bin gespannt, wie sich die Innenstadt entwickelt, wenn der Umbau (endlich) abgeschlossen ist. Wenn ich an meine Jugend in Paderborn denke, dann kommt mir zuallererst meine Schule St. Michael in den Sinn. Ich bin wirklich gerne dorthin gegangen, mit meinen Schulfreundinnen treffe ich mich noch immer ein paar Mal im Jahr. Außerdem denke ich natürlich an erste Ausgehversuche im Capitol oder dem Resi zurück. Und auch an meine dreijährige Zeit in der Tanzschule Stüwe-Weißenberg erinnere ich mich gerne.

Was ist der Lieblingsort Ihrer Kindheit und warum?
Der Lieblingsort meiner Kindheit ist gewiss der Garten meiner Großeltern, vor allem im Sommer, wenn die Hängematte unter dem Mirabellenbaum gespannt war und man sich an den Johannisbeer- und Brombeersträuchern bedienen konnte. Mit Picknickdecke, Schaukel und Planschbecken war das ein traumhafter Ort. Den Garten gibt es immer noch und er ist immer noch herrlich – nur kommt er mir mittlerweile viel kleiner vor als damals.

Was würden Sie an Paderborn verändern?
Eine einzige Sache: die Ampelschaltung. Wieso gibt es in Paderborn fast nie eine grüne Welle? Man fährt an, man steht, man fährt an, man steht … Ampelborn halt! :D Aber im Ernst: Ich mag Paderborn so wie es ist. Sicherlich hat es sich in den letzten Jahren verändert, aber genau diese Veränderung macht die Stadt lebendig. Das möchte ich nicht missen.

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