Interview mit Hamed Eshrat

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© Hamed Eshrat / Avant-Verlag Berlin

 

In den Ferien hatte ich die Möglichkeit ein wirklich gutes Comic-Buch zu lesen. Das Buch Venustransit handelt von einem Mann, der von seiner Frau verlassen wird und danach den Sinn seines Lebens sucht. Daher habe ich den Autoren Hamed Eshrat mal angeschrieben und ihn dann interviewt:

Was hat Sie veranlasst, so ein Buch zu schreiben?
Ich habe an der Kunsthochschule Berlin Weißensee studiert. Dort hab ich als praktische Diplomarbeit eine "graphic novel" geschrieben und gezeichnet. Dieser Comic ist dann auch 2009 in Frankreich unter dem Titel "Tipping Point - Téhéran 1979" erschienen. Das hat mich motiviert mit meinem zweiten, umfangreichen Buch zu beginnen.

Wie sind Sie auf die Handlung gekommen?
Im Sommer 2012 begann ich mit den ersten intensiven Arbeiten am Buch. Kurz davor habe ich als Zeichner beim Theatertreffen am Haus der Berliner Festspiele gearbeitet. Als Teil des Theatertreffen-Blogs konnte ich fast alle Inszenierungen sehen. Stücke wie "Gesäubert/Gier/4.48 Psychose" von Sarah Kane bis hin zum zwölfstündigen Stück "John Gabriel Borkman" des Regieduos Vinge/Müller haben bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Angeregt durch Literatur wie Berlin Alexanderplatz und dem zeitgenössischen Theater, lag mein Schwerpunkt anfänglich auf einer experimentellen und freien Herangehensweise. Im Laufe meiner Arbeit gewann jedoch die Tendenz zum Erzählerischen und zu einer flüssigen Lesbarkeit mehr an Gewicht. Ich wollte ein Gleichgewicht zwischen diesen zwei Polen finden und entschied mich nah an meiner eigenen Geschichte zu bleiben, denn in diesem Terrain kenn ich mich ja am besten aus.

Wird ein zweiter Teil folgen?
Das kann ich noch nicht sagen, aber möglich wäre es.

 

© Hamed Eshrat / Avant-Verlag Berlin

 

Wollten Sie schon immer Comiczeichner werden?
Nein, aber ich hab schon immer sehr viel gezeichnet. Später bin ich über das Skateboardfahren zum Graffiti gekommen und landete ein paar Jahre später zum Studium an der Kunsthochschule in Berlin.

Warum ist es ein Comicbuch geworden und kein "normales" Buch?
Dadurch, dass ich sehr gerne zeichne und auch Geschichten erzähle, lag es nah beides miteinander zu verbinden.

Sind Lebenssituationen aus Ihrem eigenen Leben dabei?
Ja, aber die Geschichte ist nicht ganz autobiografisch. Die grobe Handlungslinie orientiert sich an eigenen Erlebnissen, aber ich habe, wo immer es nötig war, sehr frei dazu gedichtet.

Wie ist das Buch bei Medien und Lesern angekommen?
Venustransit ist bei Medien und den Lesern sehr gut angekommen. Es gab viele Interviews, Berichte und Rezensionen und es gibt anscheinend auch schon eine kleine Fangemeinde.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Ich habe noch ein paar Geschichten und Ideen, die ich aus der Schublade holen kann, aber vielleicht entwickle ich auch was ganz neues.

Gibt es für Sie ein Lieblingsbild in Venustransit?
Nein, ich habe kein explizites Lieblingsbild. Alle Bilder zusammen ergeben ein Art „Gesamtbild“, das wäre vielleicht mein Lieblingsbild.

 

© Hamed Eshrat / Avant-Verlag Berlin

 

Auf welcher Schule waren Sie?
Mein erstes Schuljahr habe ich im Iran verbracht. Meine Familie ist dann mit mir nach Deutschland ausgewandert. In Bünde habe ich dann mein Abitur am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium gemacht.

Wie waren Ihre Noten?
Um ehrlich zu sein, außer in Kunst und ein paar anderen Fächern, nicht so gut :-)

Was haben Sie studiert?
Grafikdesign (auch visuelle Kommunikation genannt).

Was würden Sie an Schulen verändern und besser machen?
Das ist eine sehr schwierige Frage. Es wäre schön, wenn die Eltern der Kinder nicht mehr so viel arbeiten müssten, damit sie mehr Zeit für Ihre Kinder hätten. Dann könnten die Schultage auch kürzer sein und man hatte mehr Zeit für einander.

Was hat Ihnen an Ihren Lehrern gefallen und was nicht?
Ich mochte es nicht, wenn meine Lehrer ihren Nullachtfünfzehn-Plan durchgezogen haben. Mir hat es gut gefallen, wenn meine Lehrer sich für schwache und andersartige Kinder eingesetzt haben und sich auch sonst als Menschen engagiert haben.  

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