Interview mit Michael Eb in Köln

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Wie wurdest du von deinem Produzenten Jukka Backlund entdeckt?

Also entdeckt, das ist der falsche Ausdruck!? Ich habe ihm selber ein Lied von mir geschickt, „Sing another Song“, als ich das fertig gemacht hatte. Außerdem habe ich damit einen Nachwuchswettbewerb gewonnen. Ich habe es ihm dann per Facebook geschickt und er hat innerhalb von 10 Minuten geantwortet und gemeint, er findet es gut, wir sollen auf jeden Fall etwas zusammen machen. Daraufhin habe ich ihn eingeladen zu mir. Er hat mich dann besucht, so ein halbes Jahr später, und dann waren wir zusammen daheim und haben dann halt auch Musik gemacht und Lieder geschrieben und anschließend meinte er, ich könnte auch zu ihm nach Helsinki kommen und dass er mit mir ein Lied produzieren will und da bin ich natürlich hin.

 

Die Single „Lost in the sea“ wurde in Helsinki aufgenommen und produziert. Wie war es, in einem anderen Land eine Single aufzunehmen?

Ich würde sagen, wenn ich in Deutschland eine Single aufnehme, hätte das viel länger gedauert als in Finnland. Finnland ist ja eine schwebende Hitfabrik. Und in Finnland ging es halt sehr sehr schnell. Also man merkt schon, dass Jukka sehr viel und sehr schnell produziert. Wir haben da zwei, drei Tage daran gearbeitet, dann war es halt fertig, gemischt wurde es später halt noch, aber es war echt sehr schnell fertig. 

 

Du hast schon auf einigen Events und Festivals gespielt. Wie war das Gefühl von so vielen Leuten umgeben zu sein und bejubelt zu werden?

Ja, gut natürlich. Wenn man auf die Bühne geht, ist es schon ein richtig cooles Gefühl. Wenn du so kleine Konzerte spielst, da ist es eher persönlicher, wenn man die Leute im Publikum sieht, hat das immer einen bisschen persönlicheren Bezug. Wenn man so etwas großes spielt, geht man auf die Bühne und dann sieht man halt ganz viele Leute auf einmal, und das ist ein Gänsehautmoment. Wenn man auf die Bühne kommt, ist das Gefühl ist schwer zu beschreiben, aber es ist auf jeden Fall ein wahnsinnig tolles.

 

Verbringt man als Solomusiker auch viel zeit mit anderen Musikern?

Ja, also zumal ich eigentlich ja nicht Solomusiker bin, sondern ich spiele meistens mit Band, also mit den Jungs und so verbringe ich die meiste Zeit mit anderen Musikern. Es kommt drauf an, wenn ich zum Beispiel Songs schreibe oder eine Idee habe, mache ich das selber aber wenn das ganze dann fertig ist, beim proben und beim spielen und beim Auftritt, das machen wir dann eher zusammen.

 

Was sind deine nächsten Ziele?

Meine nächsten Ziele, da denke ich, das größte Ziel ist, dass ich sehr wahrscheinlich ein Album machen werde. Auch mit Jukka. Er hat selber gemeint, dass er Lust hätte, das zu machen. Er arbeitet gerne mit mir zusammen und wir verstehen uns auch recht gut und jetzt mal schauen, dass wir uns demnächst in Köln treffen. Leider ist er gestern erstmal nach Amerika gegangen, aber er kommt auf jeden Fall zurück und dann wollen wir uns treffen und dann mal reden, wie wir das machen und dann wahrscheinlich ein Album produzieren, vielleicht noch dieses Jahr, vielleicht auch nächstes Jahr, mal gucken, wie es reicht von der Zeit her.

 

Wir haben gelesen, dass du viel Wert auf selbstgeschriebene Lieder legst, woran liegt das?

Wahrscheinlich, weil ich schon, seit ich recht jung bin - ihr seid jetzt 13 oder 14 Jahre alt -  also ich habe ziemlich in eurem alter so mit 12,13  Jahren angefangen, selber Musik zu schreiben und deshalb finde ich es halt relativ wichtig. Es gibt ja sehr viele bekannte Künstler heutzutage, die einfach die Lieder performen, aber selber eigentlich keine Songwriter sind. Ich finde es halt cool, wenn der Künstler selber alles macht, also sowohl die Songs schreibt, als dann auch den Liveauftritt letztlich.

 

Was möchtest du mit deiner Musik ausdrücken?

Mit meiner Musik, das klingt jetzt relativ schnulzig, aber das wurde ich auch schonmal gefragt, also ich finde, mit meiner Musik an sich, helfe ich eigentlich irgendwelche bestimmten Emotionen und Gefühle zu einem bestimmten Zeitpunkt zu speichern und die dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufs Neue zu übertragen.

 

Auf welche Schule bist du damals gegangen?

Ich ging auf das Gymnasium.

 

Wie fandest du die Schule?
Ja relativ gut, bis auf eine bestimmte Lehrerin. Jeder kennt das: Es gab eine Lehrerin, die war halt nicht ganz so nett, aber ansonsten war die Schule eigentlich ganz gut. Es gab auch schon Möglichkeiten für mich zur Schulzeit früher bei Festen, wie zum Beispiel beim Teichfest aufzutreten, oder wir haben bei irgendwelchen Festen und Schulveranstaltungen gespielt.

 

Du fingst sehr früh mit der Musik an. War die Schule wichtiger oder die Musik?
Ihr wisst ja schon, dass ich Lehramt studiere. Also ich werde wahrscheinlich irgendwann mal Lehrer. Somit muss ich jetzt gut überlegen, was ich sage. Es war beides wichtig. Musik auf der einen Seite, weil es halt sehr viel Spaß macht. Auf der anderen Seite brauchst du ja auch eine Absicherung wenn es jetzt nicht klappt mit der Musik und von daher denke ich, beides ist irgendwie wichtig.

 

Wie warst du in der Schule?
In der Schule böse, ich war immer richtig böse.Nein Quatsch, ich war gut in der Schule. Ich hatte eine 2 am Ende im Schnitt, also ich kann mich nicht beklagen.

 

Wie kommst du auf die neuen Liedtexte?
Meistens ist es so, dass ich auf die Idee direkt komme. Zum Beispiel habe ich jetzt einen neuen Song, den ich heute Abend auch spielen werde wahrscheinlich. Den habe ich noch gar nicht live gespielt. Da war ich Fahrrad fahren und habe dann schlagartig die Melodie im Kopf. Also du fährst einfach irgendwo entlang, hast dann die Melodie im Kopf und der Text kommt meistens so im nach hinein, also oft hab ich schon so zwei, drei Wörter, die ich irgendwie mit der Melodie verbinde und dann schreibe ich oft halt den passenden Text zu einer Situation auf, die dann zu dem Lied passt.

 

Wie beschäftigst du dich, wenn du gerade keine Musik machst?
Oh ich mache viel. Ich bin Hobbygärtner und ich mache ziemlich viel Quatsch. Ich gehe auch gerne shoppen, ich gehe gerne schwimmen, ich werfe gerne mit Obst, aber das muss nicht in den Bericht rein :D Also Kiwis sind recht gut, die platzen voll gut… Ich nehme ja nicht nur meine Musik auf, ich produziere auch Musik. Was mache ich noch gerne? Studieren ist auch so ein Hobby noch, ja auf jeden Fall muss man schon sagen, das ist wirklich so, ich hatte eineinhalb Jahre lang Examen und da ist Musik schon deutlich in den Hintergrund gerückt, weil du musst halt schon gucken, dass du alles irgendwie schaffst, so dass du relativ gut bist. Bei der Musik kann das so sein, dass es mal einen Tag läuft und den nächsten Tag läuft nichts mehr. Also sollte man in der Schule gut aufpassen auf jeden Fall.

 

Was machst du vor einem Aufritt, hast du irgendwelche Rituale?

Also sowas bringt zwar nicht viel, aber so ein, zwei Bier sind eigentlich so das Ritual. Das entspannt. Und ich finde, vor dem Auftritt ist es wichtig, wenn man so ein bisschen Zeit hat zwischen Aufbau und Konzert, was wir heute wahrscheinlich nicht haben werden. Das ist entspannter, dann kannst du sagen, jetzt gehe ich mal für eine halbe Stunde nach hinten, penne ich mal oder chille ich mal noch eine Runde und dann ist das besser, als wenn du dann irgendwo an den Kabeln bist und dann auf die Bühne rennst und gleich losspielen musst.

 

Heute spielst du in einem sehr kleinen Rahmen, wie findest du das?
Ja auf jeden Fall gut, weil das ist praktisch, so hat man einen intensiveren Kontakt mit dem Publikum, man sieht ja praktisch jeden einzelnen in dem Raum und das ist ja gerade der Unterschied, den ich vorhin meinte. Gerade bei einer großen Bühne, da spiele ich ja eher vor so einem Riesenpublikum. Und wenn du in einem kleinen Raum bist, ist das schon so, dass du jeden siehst, wie er reagiert. Also es hat auf jeden Fall auch sehr viele Vorteile, wenn die Location klein ist.

 

Wie ist das Gefühl, seine Musik zu leben?
Gut, also wenn das Gefühl nicht gut wäre, dann wären wir heute eigentlich nicht hier. Es ist halt auf jeden Fall cool. Ich finde es besonders toll irgendwie, wenn man halt vor allem mit Kumpels zusammen Musik machen kann. Das wäre vielleicht anders, wenn man eine Band um sich rum hätte, die nur eingekauft wäre. Aber so mit guten Kumpels ist es halt noch geiler, das macht viel mehr Spaß. Wir kennen uns schon alle seit wir klein sind und das ist halt das besondere. 

 

Wie lange braucht man, um eine Single komplett fertig zu stellen? Also mit schreiben, aufnehmen und allem drum und dran?
Das ist sehr unterschiedlich. Das Aufnehmen ist relativ gleich. Vermutlich kommt es darauf an, wer es produziert. Wie gesagt, Jukka macht es ja schnell, der kann in zwei drei Tagen ein Lied machen. Mein anderes Lied „Sing another song“ zum Beispiel, die Single, die ich davor produziert habe, da haben wir über einen Zeitraum von einem halben Jahr jedes Wochenende dran gearbeitet. Das Schreiben kann innerhalb von einer halben Stunde passieren. Man kann aber haben auch schon einzelne Teile über Wochen geschrieben haben, also immer wieder am Wochenende, so dass halt immer mehr dazu kommt. Das ist schwer zu sagen, dass man dafür immer einen festen Zeitraum festlegen kann.

 

Würdest du unseren Schülern noch etwas mit auf den Weg geben?
Wie vorhin schon gesagt, dass schule auf jeden Fall wichtig ist. Also ich würde, wäre ich jetzt nochmal Schüler, es so machen, dass man sich auf die Schule ganz konzentrieren solle. Ab und zu kann man noch genug Quatsch und andere Sachen machen, aber es ist trotzdem wichtig, dass man halt den einen Fuß richtig in der Schule hat und das dann auch durchzieht und fertig macht.

 

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