Interview mit Volker Jung, CDU, MdL

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Mitglieder des Landtags kennt man meistens, wenn überhaupt, aus dem Fernseher. Manche Personen sind bekannter, weil sie aufgrund ihres Aufgabenbereiches häufiger in der Öffentlichkeit (TV, Zeitung, Radio) stehen; beispielsweise Frau Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung. Aber der Landtag NRW besteht zurzeit aus 237 Abgeordneten, von denen vier aus dem Kreis Paderborn kommen.

Ein Mitglied des Landtags ist Volker Jung. Ihn haben wir besucht und interviewt, um mehr über die Arbeit eines Politikers zu erfahren.

 

 

Volker Jung, 45 Jahre alt, lebt seit seiner Geburt in Herbram. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Hobbys sind Joggen, Fußball spielen (er war auch mal Schiedsrichter) und Singen im Chor. Nachdem er sein Abitur am Reismann-Gymnasium gemacht hat, studierte er in Paderborn Betriebswirtschaft. Er schloss sein Studium als Diplomkaufmann mit dem Schwerpunkt Marketing ab. Zunächst arbeitete er 15 Jahre bei verschiedenen Kreditinstituten, und dann 2,5 Jahre für das katholische Hilfswerk, das Bonifatiuswerk in Paderborn. 

In der Politik wurde Volker Jung zuerst in Herbram und der Stadt Lichtenau aktiv, weil er es als sehr wichtig empfindet, dass man nicht nur Dinge kritisiert, sondern sie selbst in die Hand nimmt und mitgestaltet. Volker Jung wurde Mitglied der CDU, weil die christlichen und wirtschaftlichen Werte, für die die CDU steht, ihm am nächsten kommen. Er ist Ortsvorsteher in Herbram, um als verlängerter Arm der Verwaltung tätig zu sein. Er selbst sieht sich aber auch als eine Person, die überlegt und mitgestaltet, wie sich das Dorf in den nächsten Jahren entwickeln soll, was wiederum Auswirkungen auf uns hat. Dabei geht es zum Beispiel um Fragen, wie: Gibt es, wenn wir groß sind, genügend Bauland? Kann der Kindergarten gehalten werden? Wie sieht es mit der Infrastruktur aus?

Erst im Mai dieses Jahres hat Volker Jung sich entschlossen, sein Ehrenamt – Ortsvorsteher in Herbram und Ratsmitglied in der Stadt Lichtenau – fortzusetzen. Auch andere Ehrenämter sind ihm wichtig. So ist er zum Beispiel Geschäftsführer des Stadtsportverbandes der Stadt Lichtenau, Vorsitzender des Sportvereines „FC des Landtag NRW“ (ein Fußballverein) und zurzeit steht er zur Wahl beim Diözesankomitee an, das ist eine Organisation der Katholischen Kirche auf Bistumsebene. Außerdem arbeitet er in den Parteigremien der CDU auf Stadt-, Kreis- und Bezirksebene mit.

 

 

Hauptberuflich ist Volker Jung aber als Mitglied des Landtags NRW tätig. Ein Abgeordneter wird gewählt. Anders als bei Volker Jung, ist ein abgeschlossener Berufsabschluss aber nicht zwingend erforderlich.

 

Volker Jung vertritt die Interessen des Paderborner Landes d.h. die neun umliegenden Städte des Kreises Paderborn, mit Ausnahme der Kreisstadt Paderborn. Er arbeitet als Fachpolitiker im Bereich Finanzen und Sport. Außerdem ist er im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes NRW (BLB). Dieser untersucht, warum einige landeseigene Bauprojekte mehr als zwei- bis dreimal so teuer geworden sind wie geplant. In seinen Fachbereichen kann er seine Meinung sehr gut in die Gremien direkt einbringen, weil er da ja mitarbeitet. In anderen Bereichen kann er nur mit den Fachleuten reden und versuchen, Ideen einzubringen oder per Mail Vorschläge zu machen. Zum Beispiel liegt es in seinem Interesse, was mit der Justizhaftanstalt in Büren wird, bzw. wie man die Arbeitsplätze dort erhalten kann.

Ein Arbeitstag sieht bei Volker Jung immer anders aus, denn er hat eigentlich 3 Büros. Er kommt auf circa 130-140 Tage im Iahr, die er in Düsseldorf arbeitet. Wenn zum Beispiel eine ganze Woche Plenarsitzungen sind, übernachtet er in Düsseldorf. Nach einem gemeinsamen Frühstück stehen verschiedene Sitzungen und Gespräche an. Außerdem gibt es Besuchergruppen, mit denen er über seine Fachgebiete Gespräche führt. Er möchte auch in seinen Fachgebieten Dinge voran bringen und organisiert deshalb selbst Gespräche. Ebenfalls findet täglich das Plenum statt, sodass ein Termin auf den anderen folgt. In seinem Wahlkreisbüro in Paderborn sitzen seine Hauptmitarbeiter, mit denen er 2-3 mal die Woche bespricht (dies dauert je nach Umfang 2-3 Stunden), was diese an Arbeit haben: Was liegt an? Was sollen sie ihm vorbereiten? Sein drittes Büro ist bei ihm zu Hause, um seine Aufgaben zu erledigen. Außerdem besteht der Wahlkreis aus 77 Orten, die er alle immer wieder mal besuchen muss, denn ein Landtagsabgeordneter muss überall präsent sein. Bei all diesen Tätigkeitsbereichen reicht ihm daher eine 40-Stunden-Woche bei weitem nicht aus, denn er kommt schon an einem Tag auf 12 -16 Stunden.

 

 

Ein aktuelles politisches Thema ist die Windenergie. Besonders für den Kreis Paderborn ist das interessant, da die Flächennutzungspläne heftige Diskussionen bei den Bürgern hervorrufen und viel in den Medien darüber berichtet wird. Volker Jung befürwortet die Energiewende, aber der Strom muss dann anders produziert werden. Daher sind Windräder nötig, allerdings sollten diese maßvoll platziert werden. Im Kreis Paderborn stehen bereits Windräder und man muss aufpassen, dass der Bogen nicht überspannt wird. Denn die Landesregierung hat für NRW herausgegeben, dass bis 2020 die Fläche, auf der Windräder stehen, mehr als zweieinhalb mal so groß werden soll.

Die Einwände der Bürger/innen werden berücksichtigt. Die Stadt Lichtenau hat gerade den neuen Plan erstellt und hat auf 110 Seiten die Einwände bearbeitet und begründet, warum man den einzelnen Einwand ablehnt bzw. zustimmt. Zurzeit gibt es im Kreis Paderborn 460 Windräder, davon aktuell 101 Windanlagen in Lichtenau. Im Kreis Paderborn werden in nächster Zeit gut 100 dazukommen. Für Lichtenau sind im Moment 85 beantragt, da jedoch nicht alle in dem Flächennutzungsplan liegen, können auch nicht alle gebaut werden. Es werden aber mehr. Außerdem werden Anlagen „repowert“, d.h. ca. 4 kleinere Anlagen kommen weg und dafür wird eine größere, leistungsstärkere gebaut.

 

 

Ein weiteres, interessantes Thema ist die Schulpolitik. Volker Jung hat uns gut erklärt, warum jedes Bundesland seine eigene Schulpolitik bestimmt: Anders als in Frankreich, wo alles zentral geregelt wird, hat Deutschland nach dem 2. Weltkrieg beschlossen, das alles dezentral, also in den einzelnen Bundesländern, geregelt wird. Der sogenannte Föderalismus. Ein ganz wichtiges Thema, das dezentral geregelt wird, das hat man damals festgelegt, ist die Schulpolitik. Da hält auch jedes Bundesland dran fest, denn das ist ein Kernthema und wenn man das zentral regeln würde, wäre es eine berechtigte Frage, ob man die Bundesländer noch braucht. Natürlich ist die unterschiedliche Schulpolitik ein Thema, wenn eine Familie aus beruflichen Gründen das Bundesland einmal oder mehrmals wechseln muss. Es kann dann sein, dass ein Kind ein Thema doppelt behandeln oder nachlernen muss.

Um das Erlernte in den einzelnen Fächern jedoch vergleichen zu können, gibt es das Zentral-Abitur bei dem die gleichen Aufgaben gelöst werden müssen. Diese sind unter allen Bundesländern abgestimmt. Für diese größere Vergleichbarkeit der Anforderungen, Leistungen und der Abschlussvergabe sorgt auch die zentrale Prüfung nach Klasse 10.

 

Fazit: Uns hat das Interview sehr viel Spaß gemacht, da Volker Jung mit den gestellten Fragen sehr offen umgegangen ist und auch sehr verständlich alles erklärt hat.

Herzlichen Dank dafür !

 

von Sarah Schach und Rebecca Wibbeke

Kommentare   

+2 #1 Björn Nübel 2014-09-24 17:48
Sehr Geiler Bericht. Ist super Geworden 8) :D

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Ausgefragt: Die Frage der Woche!

Musikgeschmack, Lieblingslied und Lieblingsalbum

 

Bei der Umfrage kam raus, dass die meisten Schülerinnen und Schüler Deutschrap hören.

Viele Blackberry sky, Yapma, Mamacita,Ferrari, Aleen oder Standart. Einige hören aber auch englische Lieder wie Pillow talk oder Thotiana.

Bei den Musikrichtungen ist es sehr vielfältig. Die Schülerinnen und Schüler hören englische Musik, traurige Musik, Rap, Pop und Hip Hop.

Die Lieblingsalben sind: Ya Hero Ya Mero, Hoodie season, The Album, 17 und Free 6lack. 

 

 

 

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